ForeignTimes018 Die Killerdrohne gibt es nicht

3 comments

  1. Vielen Dank für einen sehr interessanten Beitrag zu einem sehr spannendem Thema, das in der breiten Öffentlichkeit auch meiner Meinung nach noch nicht ausreichend diskutiert wird.

    Zu den Begrifflichkeiten: “Killerdrohne” ist sicherlich ein Kampfbegriff, aber davon kann (und sollte?) die politische Auseinanderssetzung wohl nie ganz frei sein. Aber: dass der Begriff “Kampfdrohne” nicht sinnig sein sollte, weil er nur dann zuträfe wenn diese Drohnen für den Luft-Luft Kampf eingesetzt würden erschließt sich mir nicht. Da die Drohnen ja mit den Flugzeugen eng verwandt sind, lohnt vielleicht ein Blick in die Definition des Kampfflugzeugs (laut OSZE via https://de.wikipedia.org/wiki/Kampfflugzeug):

    „„Kampfflugzeug“ bezeichnet ein Starrflügel- oder Schwenkflügelflugzeug, das für die Bekämpfung von Zielen durch den Einsatz von gelenkten Flugkörpern, ungelenkten Raketen, Bomben, Bordmaschinengewehren, Bordkanonen oder anderen Zerstörungswaffen bewaffnet und ausgerüstet ist, sowie jedes Modell oder jede Version eines solchen Flugzeugs, das andere militärische Aufgaben wie z. B. Aufklärung oder elektronische Kampfführung wahrnimmt. Der Begriff „Kampfflugzeug“ schließt primäre Schulflugzeuge nicht ein.“

    Warum dann bei einer Drohne das Kriterum des Luft-Luft-Kampfes relevant sein soll kann ich nicht nachvollziehen. Zusätzlich gebe ich zu Bedenken daß Kampfdrohnen (zumindest nach meinem Informationsstand) momentan fast ausschließlich in asymmetrischen Konflikten eingesetzt werden, in denen überhaupt nur eine Partei über eine Luftwaffe verfügt. Das ist dann auch dieselbe Partei, die die Drohnen einsetzt, das Potential für eine Luft-Luft Auseinandersetzung scheint also gering. Vielleicht erklärt das zum Teil, warum von dieser Konfiguration bisher noch wenig bis gar nichts hört.

    Ein sehr relevanter Aspekt bezüglich der Einordnung, der meiner Meinung nach nicht ausreichend gewürdigt wurde ist der der Kosten, und zwar nicht Materialkosten, sondern menschliches Leben. Gegen Ende wurde kurz erwähnt, daß die Bundeswehr mit Kampfdrohnen in der Lage wäre gezielte Tötungen vorzunehmen ohne eigene Leute gefährden zu müssen. Wenn man Aufgrund eines technischen Vorteils in der Lage ist, im Konfliktfall Menschen zu töten, ohne selbst zumindest einem minimalen Risiko ausgesetzt zu sein, selbst Verluste zu erleiden, die man vor der heimischen Öffentlichkeit verantworten muß, besteht eine definitive Gefahr, dass die Hemmschwelle zum Einsatz von Waffengewalt auf politischer Ebene sinkt. Dadurch unterscheiden sich Kampfdrohnen qualitativ von konventionellen Mitteln der Kriegsführung und ihr Einsatz bzw ein potentielles Verbot (ihre Grausamkeit beruht darauf, dass sie nicht “unnecessary harm” verursachen sondern es erlauben ein “risk of harm” zu vermeiden) ist durchaus eine breite (und internationale!) Debatte Wert. Wenn die Systeme dann noch autonom agieren verstärkt das freilich nur noch.

  2. Wenn wir einen Anfuehrer gezielt angreifen wollen, dann sollten wir dazu Soldaten nehmen, die versuchen ihn gefangen zu nehmen. Falls das scheitert, sollten sie ihn/ihr Kampfunfaehig schiessen. Wenn auch das fehlschlaegt oder die Soldaten unter Beschuss geraten, sollten sie sich auch mit toedlicher Gewalt durchsetzen.

    Das Problem mit der Drohne ist, dass man gar nicht versucht den Anfuehrer gefangen zu nehmen oder ihr/ihm die Chance zur Aufgabe zu geben.

    1. hmmm vermutlich würde man in einem militärischen kontext das vorgehen dann so justieren, dass man erst die anderen optionen prüft.

      da beginnt dann die schleife: wieviel eigene leben ist man bereit einzusetzen, um einen gegner gefangenzunehmen?

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