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PREMIUMForeignTimes095 Iran-Diskurs – Ein hochemotionales Verlaufen

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Marco Herack
Marco Herack

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2 Comments

  1. Hias Hias

    Ich höre gerne und schätze eure Gedanken sehr, aber ich finde, diesmal lasst ihr einiges aus.
    1. Diskurs und Einschätzung Trump: ich kenne den amerikanischen Diskurs nicht, aber was Trump hier gerade macht, ist katastrophal. Natürlich gewinnen USA und Israel taktisch, aber strategisch wird das alles einen brennenden Nahen Osten hinterlassen, in dem Israel dauerhaft einen heißen Krieg gegen fast alle Nachbarn wird führen müssen.
    2. JCPAO: ja, war nicht gut, aber ausgehend von der damaligen Situation (Irak, Afghanistan) sowie den Nachwehen der Finanzkrise sehe ich nicht, was er da hätte viel anderes machen können. Im Nachgang aber viel falsch gemacht.
    3. Libanon/Hisbollah: natürlich muss Iran darauf drängen, dass man mit der Hisbollah verhandelt. Ansonsten verlieren sie ihren Einfluss auf ihre Proxies, wenn sie sie bei der ersten Gelegenheit fallen lassen. Der Fehler liegt hier bei Israel und USA, die daraus multilaterale Verhandlungen über den Libanon machen müssten, aber das will weder Israel noch der Iran noch die Hisbollah.
    4. Verhandlungstaktik der Mullahs. Ja, sie scheinen ihr Blatt zu überreizen. Aber das jetzt ist ihre einzige Chance. Die Golfstaaten sind reich genug, um vglw. schnell Pipelines und Eisenbahnen an den Golf von Oman oder ans Rote Meer zu bauen, damit verliert die Sperrung der Straße von Hormuz ihren Schrecken. D.h. wenn sie jetzt beide Trümpfe (Uran und Schließung) aus der Hand geben, werden sie nie wieder so ein „gutes Blatt“ erhalten. Zudem werden sie mit Trump nie wieder einen Präsidenten haben, der bereit sein wird, ihnen wirtschaftlich soweit entgegenzukommen. Ja, ist ein gefährliches Spiel, aber für das Regime standen die Chancen nie so gut, ein für sie hervorragendes Ergebnis zu erhalten. Und die Gefahr amerikanischer Bodentruppen schätzen die Mullahs wahrscheinlich gar nicht als Gefahr ein, evtl. erhoffen sich radikale Kräfte sogar genau das.
    5. Und deswegen ist der Krieg ein totales Desaster: entweder er endet in einer enormen Stärkung des iranischen Regimes (das ihre wirtschaftlichen Probleme lösen kann) oder in einem Flächenbrand, der dank der Israelis und Amis eine Kriegszone von Mittelmeer bis nach Pakistan schaffen wird, in dem nahezu ständig gekämpft wird und auch die Gefahr besteht, dass eher stabileren Staaten wie Jordanien, Oman, Kuwait und Katar hineingezogen werden.

    • Ich glaube nicht, dass die Sicht hier so eindeutig ist. Was du nun wieder außen vorgelassen hast, ist die Entwicklung im Iran, die prekär ist. So prekär, dass man aktuell durchaus ein Bürgerkriegsszenario vermuten kann.
      Im Januar konnte das Regime sich nur dadurch stabilisieren, dass es seine Milizen aus Afghanistan, Yemen, Irak und auch Libanon ins Land holte und die Demonstranten niederschießen ließ.

      Zugleich war das Ganze ein Dammbruch. Nicht nur, dass die Leute entgegen dem Regime erstmals nach einem gemeinsamen ‚Führer‘ riefen, es gab erstmals auch das Begehren nach Waffen und das wird sich nicht einfgangen lassen. Auch die in unserem ersten Teil besprochenen Kurden konnte das Regime ja nur mit Hilfe aus dem Irak eindämmen.

      Die Stimmung in den Golfstaaten ist ungefähr so, dass man zwar einerseits den Frieden nun gerne hätte, aber: In den nächsten 10 Jahren wird es eh nochmal explodieren.. eben genau weil Iran droht alle Hebel zu verlieren und der Weg zur Atomwaffe, dann der einzige Hebel ist. Iran wird das nicht aufgeben.

      Abseits dessen: Die Planung war so lame und undurchdacht, dass sich Iran nun erst die Chancen ergaben und interessanterweise haben sie ‚ihre Karten‘ extrem gut gespielt bisher. Doch die Wahrheit liegt in der Entscheidung selbst.. und die trifft dieses Regime bestenfalls auf Zeit. Trump mag das nicht verstehen, aber in den Golfstaaten und in Israel sieht man das mit Klarheit.

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