Bricht in der Ukraine wieder der Krieg aus?

Der tägliche Blick auf die Welt richtet sich heute auf die Digitalisierung und den Quatsch darumherum. Außerdem passiert etwas in der Ostukraine, worüber nur wenig berichtet wird.

Momentan habe ich das Gefühl, dass eine Zeit ist, die man vielmehr zum Nachdenken und weniger zum Lesen nutzen sollte. Denn die Themen drehen sich gerade etwas im Kreis.

Schon gewußt?

Nach Kenntnis der Bundesregierung sei die türkische Luftwaffe Ende August bis Mitte September in fünf Angriffswellen “auf verschiedene Ziele gegen die Miliz des Islamischen Staates in Nord-Syrien” vorgegangen. Demgegenüber stünden seit Ende Juli “mindestens 22 Angriffswellen auf verschiedene Ziele in der Türkei und im Irak geflogen”, die im Zusammenhang mit der PKK stehen würden.

Kommentar

Glaubt man einer Studie von Crisp Research sind gerade einmal sieben Prozent der deutschen Manager Digital Leader und nur jeder fünfte ein sogenannter „Tech-Expert“. Die Zahlen sind kaum verwunderlich. Denn jeder Zweite stuft die Digitalisierung als zumindest teilweise überbewerteten Hype ein.

Das ewige Lied der Digitalisierung wird uns heute von Edition F präsentiert. Dabei existieren an dieser Stelle so ungefähr alle Allgemeinplätze die man Managern vorwirft und die uns die Beratungsindustrie in dieser Angelegenheit zu bieten hat.

Was mich daran wundert, ist, dass sie damit durchkommen. Es mangelt da schon an der Grundaussage, denn Digitalisierung ist etwas, das längst Alltag ist. Wir sind doch vielmehr in einer Phase, in der wir darüber sprechen welche Instrumente wir in welcher Form gebrauchen. Da geht es um den konkreten Nutzen, für den der Oberbegriff Digitalisierung nur ein bedingt gutes Wort ist.

Die Anschlussfrage zu eingangs benannter Studie müsste vielleicht lauten, ob Manager die “Digitalisierung” nicht als ganz normalen Aufgabenbereich betrachten, der in Märkten, die fast immer einem steten Wandel unterliegen, nun mal vorkommt. Disruption ist nicht gleich Digitalisierung, beides aber sehr schöne Buzzwords.

Das Problem zeigt sich bereits an den im Artikel genannten Beispielen. Kodak hatte ein gänzlich anderes Geschäftsmodell als Instagram. Wenn man das vergleichen möchte, könnte man Cewe Color heranziehen, die auch heute noch Bilder entwickeln. Nur immer öfter gleich als gesamtes Fotoalbum, das sich jeder zusammenstellen kann, wie er denn möchte. Instagram hingegen bedient ein gänzlich anderes Geschäftsfeld. Dass dieses auch anders geht, zeigt Hipstamatic mit Erfolg. Eine Komponente ist das Entwickeln der geschossenen Bilder, eine andere der Verkauf virtueller Linsen und Filme, die verschiedene Effekte in das Bild bringen.

Hier wird schnell sichtbar, dass das Alte nicht gänzlich verschwindet, sondern neue Ausdrucksformen bekommt. Lässt man an dieser Stelle die Schlagworte weg, dann ist aus Managersicht auch nichts anderes als der Trend bei Lebensmitteln, einer bestehenden Marke alle möglichen Geschmacksrichtungen zu verleihen und dadurch das Sortiment auszuweiten. Wer das nicht mitmacht, verschwindet vom Markt.

Was die Autorin eigentlich meint, bzw. was sie meinen müsste, ist die Schwerfälligkeit größerer industrieller Einheiten, wenn es darum geht auf Marktveränderungen zu reagieren. Dafür braucht nur niemand Berater, die von Digitalisierung schwärmen, sondern eher Politikberater. Denn in den internen Machtverhältnissen, liegt viel eher der Hund begraben. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Themen in Beobachtung

Noch habe ich keine abschließende Wertung der aktuellen Vorkommnisse in der Ostukraine. Fakt ist, dass der Waffenstilltstand nicht hält und auch wieder schweres Geschütz am Zuge ist. Journalisten kommen nur noch schwerlich in das Separatistengebiet. Es gibt mehrere Anhaltspunkte, oder auch Gründe. Wobei Gründe in diesem Fall auch oftmals nur politische Einschätzungen sind.

  1. Verhandlungen über die Restrukturierung eines 3 Mrd. Kredits zwischen der Ukraine und Russland.
  2. Die Verhandlungen des Syrienkonflikts. Im Raum könnte ein Paketdeal stehen.
  3. Regionalwahlen in der Ukraine, denen alsbald Wahlen in den Separatistengebieten folgen sollen. Dafür bedarf es noch Verhandlungen.
  4. Aus älteren Überlegungen wissen wir, dass Russland noch ein paar strategische Ziele bei der Landnahme erreichen können wöllte.
  5. Die Ukraine sieht sich durch den Abzug russischer Spezialtruppen aus den Separatistengebieten vielleicht in einer verbesserten Lage und könnte diese nutzen wollen.

Wer abseits von Verschwörungstheorien noch mehr hat, gerne her damit.

Steam Link

Über Apple reden immer alle. Wobei, vom neuen Apple-TV hat man bisher wenig gehört. Von hinten schleicht sich derweil Valve ran. Eigenes OS, eigenes Branding für PCs, eigenes Controller und Steam Link. Letzteres wird im nachstehenden Video betrachtet. Einen Gamechanger wird man hier zwar noch nicht entdecken, aber da wir uns in einer schwachen Konsolengeneration befinden, ist der Anreiz auf den PC zu wechseln momentan recht hoch. Zwar ist der Einstiegspreis eines Gaming-PCs recht hoch, aber die Spiele dafür umso günstiger. Fallout 4 habe ich beispielsweise für 38 Euro bekommen, während ich für die PS4 nur sehr schwer unter 50 gekommen wäre. Das lohnt nur in der Masse klar. Aber es bietet auf dem PC auch bessere Grafik und Mod-Support. Für das Spiel im Internet bezahlt man nicht mehr und wenn erst einmal alles eingerichtet ist, dann ist ein leiser PC auch das, was alle anderen behaupten anzubieten. Ein Mediacenter.

Steam Link ist in diesem Sinne ein Fuß in der Tür, aber es muss noch einiges nachgebessert werden. Valve geht leider den Weg der Masse, das heißt die Qualität der einzelnen Hardware-Produkte ist, um den Preis niedrig zu halten, nicht ganz das, was man sich wünscht.

Nächste Buchrezension im Blog

  • Katja Gloger – Putins Welt (Der Berlin Verlag stellt mir netterweise eine Rezensionsexemplar zur Verfügung. Das Buch kommt in die Reihe, da mir mehrere Empfehlungen zukamen. Ich versuche keine Erwartungen hineinzulegen.)
  • Atef Abu Saif – Frühstück mit der Drohne (Über den Krieg in Gaza aus der Erlebnisperspektive eines Bürgers.)

Buch (am Lesen)

  • Ilja Ilf und Jewgeni Petrow – Kolokolamsk (Kurzgeschichten über das Russland der Stalinzeit. Sehr amüsant, wenn man denn auch einen Bezug zu dieser Epoche hat.)

Bücher (zu lesen)

  • John Lloyd & Laura Toogood: Journalism and PR (Auf die Studie stieß ich durch einen Artikel in der NZZ und einige Thesen klangen verheißungsvoll.)
  • Wendy Brown auch endlich ein Buch in Deutschland veröffentlichen darf. Lange genug hat es gedauert und ich habe an verschiedenen Stellen dafür geworben, da sie eine der schärfsten Beobachterinnen unserer Zeit ist.)
  • Navid Kermani – Zwischen Koran und Kafka: West-östliche Erkundungen (Kermani mag ich sehr, weil er versucht die Welten zu verbinden und genau das ist es, was auch wir hier viel mehr brauchen.)
  • H.D. Thoreau – Essays (Nur wegen Trudeau, den viele mit Thoreau verwechseln.)

Aktuelles Spiel

  • Fallout 4 (Die ersten 6h haben mich nur bedingt überzeugt. Gleichwoh, ich brauche auch immer so meine 10h, um mit solchen Welten warm zu werden. )

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