Wie funktioniert der Markt für Start-Ups in den USA?

Der tägliche Blick auf die Welt richtet sich heute auf den Markt für Start-Ups und David Cameron. Letzterer denkt nach und wird dabei zu einem der offenherzigsten Politiker die wir kennen. Er hat ernsthaft keine Ahnung von dem, was er tut und steht dazu.

Momentan befinde ich mich dabei meine Leselisten abzulesen, daher kann noch der ein oder andere ältere Artikel auftauchen. An ihrer Aktualität ändert das wenig.

Themen in Beobachtung

In der Flüchtlingskrise sind «Push-Faktoren» wie der Syrien-Krieg oder die Nahrungsmittelknappheit in den Flüchtlingslagern in Jordanien oder in Libanon viel wichtiger als «Pull-Faktoren» in Europa.

Cameron’s letter seems to confirm the warnings issued by the National Audit Office a year ago: that the government had only a “limited understanding” of the savings local authorities have to make.

Interessant daran ist, dass Cameron noch nicht alle seine Kürzungsrunden durchgezogen hat. In einer funktionierenden Welt, würde er nun beginnen gegenzusteuern. Aber so funktionierte diese Welt ja noch nie.

Data from investment research firm Morningstar show that, at the end of September, the fund manager revised the value of its shares in Snapchat to $22.91 from $30.72 in June, a 25% cut. It is not clear when Fidelity invested in Snapchat or the size of that investment.

Solche Auffälligkeiten mag ich. Am Anfang jeder Krise steht der unerwartete Preisverfall. Leider gelten im Markt für Start-Ups andere Regeln als in regulären Märkten. Die Beteiligungen sind im Regelfall nicht beleihbar oder nur mit einer niedrigen Quote, sodass bei einem Wertfall kein Bewertungskartenhaus zusammenklappt. Über Lapalien reden wir aber auch nicht, denn es deutet sich ein Nachfrageschwund seitens der großen Internetunternehmen an, für die allein momentan Internet-Start-Ups produziert werden.

Das ist auch mein großes Problem an diesem Markt, denn er fungiert nicht als Entwicklungsmarkt. Innovationen finden hier gar nicht erst statt, sondern vor allem Tests neuer Produkte. Snapchat ist so ein Fall. Wird ein Produkt groß genug, beginnt der Markt erst zu funktionieren, denn der Glaube ein neues Facebook gegründet zu haben verhindert dann ggf., dass Facebook den Laden aufkaufen kann. Dabei ist recht deutlich, dass sich das Geschäftsmodell von Facebook nur aufgrund der schieren Masse und durch Minimalsbeträge rentiert. Bspw. 0,00178 Dollar Einnahmen je Videominute. An den Punkt zu kommen, an dem sich das lohnt, und dabei gegen diverse Marktführer anzukommen, muss man ersteinmal kommen.

Auffällig an diesem Markt ist, dass er Innovationen verhindert. Und dass er sich aufgrund seiner Struktur an Teenagern orientiert. Was bei denen funktioniert, so auch die Wette bei Snapchat, lässt sich später auch an alle anderen verkaufen. Aber groß wird es mit den Jugendlichen, die nur einen Teil des Geldes der Eltern haben. Damit erklärt sich auch, warum viele Produkte gar nicht erst daran denken, Geld von ihren Nutzern zu verlangen. Die eigentliche Zielgruppe hat nur Geld für H&M.

Wenn nun die Preise zurückgehen, kann das zweierlei heißen. Entweder die großen Internetfirmen kaufen nicht mehr, siehe oben, oder aber die Werbepreise gehen merklich zurück. Das wird dann auch die großen betreffen und wiederum ersteres zur Folge haben. Auf Dauer ist das aber nur ein Problem, wenn die sinkenden Werbepreise durch einen Verlust des Glaubens an die eigentliche Geschäftsgrundlage, die Datenauswertung, erfolgt.

Sterbewillig

Nächste Buchrezension im Blog:

  • Atef Abu Saif – Frühstück mit der Drohne (Über den Krieg in Gaza aus der Erlebnisperspektive eines Bürgers.)

Buch (am Lesen):

  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451 (Für mich dann abschließendes Werk aus der (Gegenwartsdystopie-Reihe.)

Bücher (zu lesen):

  • John Lloyd & Laura Toogood: Journalism and PR (Auf die Studie stieß ich durch einen Artikel in der NZZ und einige Thesen klangen verheißungsvoll.)
  • Wendy Brown auch endlich ein Buch in Deutschland veröffentlichen darf. Lange genug hat es gedauert und ich habe an verschiedenen Stellen dafür geworben, da sie eine der schärfsten Beobachterinnen unserer Zeit ist.)
  • H.D. Thoreau – Essays (Nur wegen Trudeau, den viele mit Thoreau verwechseln.)

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